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Kronen Zeitung

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UFC St. Georgen/EisenstadtBurgenland

REFORM SPALTET LAND

„Versuchen Vereine zu retten, die längst tot sind“

Tobias Frank

Die mögliche Unterhausreform wird weiter heiß diskutiert und spaltet das burgenländische Unterhaus. Der BFV rund um Präsident Wutzlhofer bleibt standhaft und weiß: „Es wird kein Weg daran vorbei führen!“ Die Zukunft des rot-goldenen Fußballs liegt aber weiter in den Händen der Klubs selbst.


Die geplante Umstrukturierung im heimischen Fußball sorgt seit Wochen für Gesprächsstoff – und spaltet das rot-goldene Unterhaus. Während im Süden das Für und Wider abgewogen wird, scheint im Norden der Tenor klar zu sein: Veränderung – und zwar sofort!

"„Mittelfristig wird an der Reform und der Zusammenlegung der 1. und 2. Klassen kein Weg vorbeiführen“"BFV-Präsident Johannes Wutzlhofer zur möglichen Unterhaus-Reformfan.at quote icon

„Uns würde in gewisser Form der Aufstieg genommen werden“, ärgert sich Eltendorfs sportlicher Leiter Rainer Pummer. Der Gedanke sei richtig, die Umsetzung aber zu früh. „Ich kann nicht zwei Wochen vor Meisterschaftsende so etwas beschließen.“

Tag X am 27. Mai 
In Stinatz sieht man die Sache deutlich positiver, auch schon ab der kommenden Saison. „Wir sind klar dafür, für uns ist es sicher attraktiver“, betont Obmann Peter Zsifkovits. Vollends überzeugt ist aber auch er nicht. „Sie versuchen mit aller Gewalt, Vereine am Leben zu halten, die schon längst tot sind.“ Eine klare Ansage an den Verband. Klubs würden mitgezogen werden, die sportlich und personell längst am Limit seien. Doch das Grundproblem löse sich dadurch nicht. Oder wie es Pummer auf den Punkt bringt: „Es gibt ja dadurch nicht mehr Fußballer in unseren Vereinen.“ Am 27. Mai ist Tag X – soll im Südburgenland entschieden werden.

Bild: MIA WLASCHITS

„Regionalität an erster Stelle“
Ganz anders das Bild im Norden. Dort sollen schneller Nägel mit Köpfen gemacht werden, schon zur kommenden Saison soll die Zusammenlegung passieren. Ein Antrag des UFC St. Georgen wurde bereits eingereicht. Der Tenor: fast durchwegs positiv. „Die Zusammenlegung muss zeitgerecht kommen. Regionalität steht an erster Stelle“, heißt es vom Initiator des Antrags, Obmann Erwin Nemeth. Am 9. Juni soll nach der Abstimmung mehr Klarheit herrschen.

Bild: Imre Antal

“Vereine wollten es so“
Beim Verband nimmt man die Kritik gelassen – und kontert klar. „Die Vereine haben diesen engen Zeitrahmen selbst so gewollt“, erklärt BFV-Präsident Johannes Wutzlhofer. Die Notwendigkeit sei klar: Das bisherige System ist auf rund 170 Klubs ausgelegt. Mittlerweile ist diese Zahl auf 140 geschrumpft. „Mittelfristig wird kein Weg daran vorbeiführen“, unterstreicht der BFV-Boss. Und verweist auf die 1. Klasse Mitte als Feldversuch. „Dort sehen wir nicht den Effekt, dass Vereine mehr finanzielle Mittel investieren“, erklärt der 48-Jährige. Mehr finanzielle Vernunft, mehr Regionalität und weniger Druck – das sei das Ziel.

Zukunft in den Händen der Klubs
Ob die Reform schon zur neuen Saison (die in knapp zweieinhalb Monaten startet) kommt, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Sicher ist: Am Ende braucht es eine Mehrheit der Vereine. Die Zukunft des rot-goldenen Unterhauses liegt also in den Händen der Klubs selbst...


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